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15. Juni 2011
Übersetzung Mapuche Statement:

Übersetzt: von C.Albers

Aufgerufen von den politischen gefangenen Mapuche, die sich im Hungerstreik befinden, sowie ihren Lonko, Machi und Familienangehörigen, bezeugen die Unterzeichner dieser Erklärung ein gemeinsames Interesse an der Respektierung, Förderung und Verteidigung aller Mapuche-Rechte. Deswegen geben wir bekannt:

  1. Dass Chile sich durch internationale Verträge dazu verpflichtet hat, die politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte so wie den Zugang zur Justiz der indigenen Völker ohne Diskriminierung auf individueller und kollektiver Ebene zu fördern, zu schützen und zu garantieren. Alle staatlichen Institutionen müssen diese Rechte aufrechterhalten.
  1. Trotz dieser Verträge, ist die Enteignung von Ländereien, die Abwesenheit von politischen Rechten, die Militarisierung und Kriminalisierung gestiegen. Jede Instanz des chilenischen Staates trägt die Verantwortung dafür.
  1. Das Volk der Mapuche leidet unter starker Stigmatisierung und Diskriminierung durch die Anwendung von Sondergesetzen, wie beispielsweise dem Anti-Terrorismusgesetz. Dieses Gesetz  wurde weitgehend verurteilt, da es den internationalen Standards der Rechtstaatlichkeit nicht gerecht wird. Die Verantwortung liegt ausnahmslos bei allen Instanzen der Regierung. Das Gesetz wurde weder abgeschafft noch überarbeitet und wird sogar in Einzelfällen immer noch angewendet.
  1. Die verschiedenen Hungerstreiks der politischen gefangenen Mapuche sind Ausdruck eines grundlegenden Problems. Angesichts dieses Protestes sind wir zu dem Entschluss gekommen, uns dauerhaft und ernsthaft dafür einzusetzen, dass die bereits erwähnten Verträge eingehalten werden. Unsere Stellungnahme soll andere Akteure dazu ermutigen unserem Beispiel zu folgen. Wir übernehmen die Verantwortung, weil wir davon überzeugt sind, dass es die Aufgabe jedes Einzelnen ist, die Rechte zu stärken und deren Verletzungen auf aktive und koordinierte Art und Weise anzuprangern. 
  1. Dieses Engagement wird durch die Arbeitsgruppe „Kommission für die Rechte der Mapuche“ zum Ausdruck kommen.
  1. Deswegen appellieren wir an die Regierung einen dauerhaften und transparenten Dialog aufzunehmen, um den Respekt und die Garantie für die Rechte indigener Völker voranzutreiben und das Anti-Terrorismusgesetz zu reformieren wie der Präsident der Republik in seiner öffentlichen Rede vor dem Kongress angekündigt hat. Damit würde der Präsident den internationalen Standards gerecht werden.
  1. Im Hinblick auf dieses Engagement haben unsere Mapuche Brüder den Beschluss gefasst, ihren Hungerstreik zu beenden.
  1. Wir bitten die ganze Gesellschaft dringend darum sich diesem Engagement anzuschließen und sich für Frieden, die Frucht der Gerechtigkeit, einzusetzen.  

Monsignor Fernando Chomalí,
Erzbischof von Concepción

Loreane Fries,
Direktorin des Nationalen Instituts für Menschenrechte

Amerigo Incalcaterra,
Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte

Monsignor Pedro Ossandon,
Bischof von Concepción

Vater José Fernando Díaz,
Nationaler Beauftragter für die südliche indigenen Pastoralzone

Natividad Llanquileo Pilquimán,
Sprecherin der Mapuche

Garrido Millaray Paillalef,
Sprecher der Mapuche

Pessoa Pamela Matus,
Familienangehörige