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10 April 2014
Mapuche-Gefangene in Chile beginnen Hungerstreik
Von Alina Rodenkirchen.
Quelle: amerika21.de
Liberar Presos MapucheAngol, Chile. Am vergangenen Montag hat eine Gruppe von Mapuche im Gefängnis von Angol in Südchile einen Hungerstreik begonnen. Sie fordern eine Revision ihrer Urteile sowie die Begnadigung des schwer kranken Jose Mariano Llanca Tori durch die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet. Die Verurteilung der Indigenen Luis Humberto Marileo Cariqueo, Cristian Pablo Levinao Melinao und Leonardo Quijon Pereira sei nur durch die Aussage von anonymisierten Zeugen erreicht worden, so der Sprecher der politischen Gefangenen Fredy Marileo, und müsse deshalb neu aufgerollt werden. Die Mapuche fordern außerdem, dass sie in das Zentrum für Bildung und Arbeit (CET) in Angol verlegt werden und berufen sich auf Versprechungen, die bereits bei den vergangenen drei Hungerstreiks von der Regierung gemacht wurden.

Die Bitte um Begnadigung von Jose Mariano Llanca Tori wurde bereits unter der rechten Regierung von Präsident Sebastian Piñeras gestellt und abgelehnt. Die Amtszeit der Präsidentin Bachelet vor einem Monat begann mit einer Entschuldigung des neu eingesetzten Verwalters der Region Araukarien, Francisco Huenchumilla, an die Mapuche. Die Indigenen fordern nun Taten anstatt Worte. Während Bachelets erster Amtszeit habe sie das Anti-Terror-Gesetz gegen die Mapuche anwenden lassen und dazu beigetragen, dass ein ganzes Volk weiter kriminalisiert wurde. Während Bachelets Amtszeit seien bei Gewaltexzessen der chilenischen Militärpolizei die jungen Mapuche Matias Catrileo und Jaime Mendoza Collío ermordet worden.

In Chile leben etwa 1,5 Millionen Mapuche, sie sind damit das größte indigene Volk in dem südamerikanischen Land. Viele von ihnen mussten in Folge des Landraubes und daraus resultierender Landknappheit in die Städte abwandern, um überleben zu können. Im Süden Chiles wehren sich die Mapuche-Gemeinden weiterhin gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen durch die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen durch multinationale Unternehmen. Viele Mapuche-Aktivisten wurden festgenommen und zu Gefängnisstrafen verurteilt. Hierbei spielt das 1984 noch unter Diktator Augusto Pinochet beschlossene Anti-Terror-Gesetz eine große Rolle. Es lässt Aussagen anonymer Zeugen zu, verbietet den Strafverteidigern in den ersten sechs Monaten des Verfahrens Zugang zu den Ermittlungsakten und erlaubt bei bestimmten Straftaten die Verdopplung der Strafe.

(mapuexpress/adkimvn)