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30 januar 2004
Mapuche Frauen in Chile.
Ihr Leben im Gefängniss der Araucanía
Zusammenfassung : Irène Hirt.
für: http://de.mapuches.org/

Zusammenfassung eines Artikels von Cherie Zalaquette/Revista El Sábado/26. Dezember 2003
Von den insgesamt 120 in einem Prozess verwickelten Mapuche, wurden cirka 25 auf der Grundlage des Antiterror-Gesetzes eingesperrt. Darunter befinden sich drei Frauen. Die berühmteste ist die „Chepa“, eine ehemalige Theologiestudentin, angeklagt für terroristische Beteilung. Sie und die zwei anderen Frauen – Mireya Figueroa und Angélica Ñancupil - sprechen sich zum ersten Mal aus, setzen sich für ihren Kampf ein und bekennen sich als unschuldig.


Patricia Troncoso Robles:

Trotz eines Hungerstreiks von 52 Tagen (sie verlor 15 Kilos), imponiert Patricia Troncoso Robles. Die erst kürzlich angekommene „Chepa“ sieht jünger als 35 Jahre aus. Sie wurde schon mehrmals verhaftet und eingesperrt, nachdem sie an politischen Demonstrationen der Mapuche Bewegung teilnahm. Sie hat gewünscht, von dem Gefängnis von Victoria nach Angol versetzt zu werden, da in Victoria keine anderen Mapuche Gefangenen waren und sie sich dort sehr einsam fühlte. Nicht alle Mapuche Frauen akzeptieren die „Chepa“. Mireya Figueroa, ein Mapuche Dirigentin, auch angeklagt für Terrorismus, bezeichnet die „Chepa“ als Sympathisantin der Bewegung, die aber kein echtes Mapuche Blut habe. „Mein Familiennahme ist nicht Mapuche aber ich erforschte meine Herkunft : in den Adern meinen Grosseltern floss Mapuche Blut“, sagt Patricia selbst.

Ihre Eltern, geboren in der Nähe von Chillán, wanderten nach Santiago aus. Die Mutter arbeitete als Hausangestellte und der Vater als Arbeiter in der Plastikindustrie. [...] Die „Chepa“, war die älteste von fünf Geschwistern. [...] Ihre Familie war sehr arm, wohnte in einem Haus das weder Licht noch fliessendes Wasser hatte [...]. Trotz Armut (die Klasse fand in einem verlassenen Autobus statt) schaffte sie es, die Schule zu beenden, und studierte Kindergartenlehrerin. Schon als Kind war sie von der Katholischen Kirche angezogen. [...] Sie wollte Missionarin werden und postulierte als Klosterfrau [...]. Sie evangelisierte Kinder in den armen Wohnvierteln. Sie sagt, sie habe sich nie in politischen Parteien betätigt, aber protestierte gegen die Regierung von Pinochet und verteidigte die Menschenrechte.

Zwischen 1994 und 1999 studierte sie Religion und Theologie an der Universidad Católica von Valparaíso. In diesen Jahren fing sie an, sich für das Thema der Konstruktion des hydroelektrischen Damms von Ralco zu interessieren: „Ich entschied mich für eine radikale Option, verliess meinen damaligen Partner und ging aufs Land, um dort zu arbeiten und im Alto Bio Bio meine Herkunft zu erforschen. Dort lernte ich die Quintramán Schwestern und Aurelia Mariguán kennen und erlebte seltsame Sachen. Als wir ein Ngillatún (religiöse Zeremonie der Mapuche) vorbereiteten, hörte ich plötzlich der Gesang einer Mapuche Frau in den Bäumen. Ich sah ihren Schatten vorbeigehen während sie Kultrún spielte. Dabei fühlte ich die mystische Energie“.

Sie erinnert sich auch, in dieser Nacht geträumt zu haben: „ Ich sah einen grossen Wolf mit einer vielfarbigen Decke. Er sah mich mit scharfblickenden Augen von Kopf bis Fuss an, packte meine Hand und stiess mit seinen Krallen zu. Als ich den Traum erzählte, sagten die Mapuche, dass meine Vorfahren mich am suchen waren.“

Danach installierte sich die „Chepa“ in den Mapuche Gemeinschaften denen Lonkos (Mapuche Hauptmann) Pascual Pichún und Aniceto Norín, in Didaico. „Ich hatte einen Garten, wob Wolle und Trariloncos (Traditionelles Stirnband) und konnte von diesen Aktivitäten gut leben. Dort verstand ich das Ungerechtigkeits-Gefühl der Mapuche. Der Vormarsch der Forstwirtschaftsfirmen, die für ein Butterbrot Hektaren bekamen und Subventionen für Ihre Aktivitäten erreichten“.

Sie erzählt, dass die Lonkos Pichún und Norín mit dem Forestal Mininco (Forstwirschaftsfirma) einen Streit um 56,5 Hektare hatten. “Die Leuten trafen eine radikale Entscheidung und eigneten sich dieses Land an, damit die Tiere grasen konnten. Darauf kamen aber die Forstwirtschaftswärter und klagten sie an und zielten auf sie mit Waffen. Die Leute wurden wütend und es kam zur Konfrontation. Danach kam auch die Polizei und schlug die Leute. Pascual Pichún musste ins Krankenhaus geführt werden“.

Sie erinnert sich, dass die Mapuche nach diesem Ereignis nicht nur die 56,5 Hektare wollten, sondern das ganze Land das ihnen weggenommen wurde. Alle Diskussionsmittel mit den Behörden waren erschöpft und es gab keine Lösung mehr. [...] Es gab noch mehr Konfrontation, da die Polizei eine Machi (Shaman) schlug und ihr zwei Rippen brach [...]“.

Die Polizei suchte Patricia Troncoso Robles während mehreren Monaten. Aber, sagt sie, „ich wollte mich nicht stellen, ich hatte nichts getan“. Sie lebte im Untergrund in verschiedenen Mapuche Gemeinschaften. Dabei erntete sie Mais, um ihre Mahlzeiten zu bezahlen. Schlussendlich wurde sie am 13. September 2002 mit den Lonkos Pascual Pichún und Aniceto Norín festgenommen. „Ich habe mich verteidigt. Da ich schon ungefähr zum sechsten Mal gefangen wurde, und da die Polizei mich einmal so stark geschlagen hatte, dass ich ein Lungenödem bekam, wurde ich diesmal verrückt. Ich schlug zurück. Als ich in den Gefangenenwagen einstieg, schreite mich ein Polizist an: „schweig du Scheissindianerin !““.

Die „Chepa“ blieb ein Jahr und drei Monate eingesperrt, denn sie war auch für terroristische Beteiligung und für den Brand des Fundo Poluco Pidenco angeklagt. Sie streitet aber diese Anklagen ab.[...].

 


Mireya Figueroa Araneda
(Frauengefängnis, Temuco):

Mireya ist eine 42 Jahre alte Mapuche Cheffin. Sie ist dem Terrorismus und der Beteiligung am Brand des Fundo Poluco Pidenco des Unternehmens Mininco, der am 19. Dezember 2001 stattfand, angeklagt. In diesem Brand wurden 100 Hektare Bäume verbrannt. Mireya wartet schon seit einem Jahr im Gefängnis, ohne dass es bis jetzt zu einem Urteil kam. [...].Für das Gericht von Collipulli ist Mireya eine Aktivistin.

Im Gefängnis, sagt sie, bekam sie Diabeetis, erhöhten Blutdruck und eine schwere Depression die sie nicht überwindet. Ihr Ehemann und ihre Kindern leben in der Mapuche Gemeinschaft von Tricauco, in Ercilla, die schon mehrere Konflikte mit der Forestal Mininco hatte. Mireya sagt, ihre Familie könne nur ein Mal pro Monat zu Besuch kommen, da jede Reise 10'000 Pesos kostet. Sie braucht selbst jeden Monat 25'000 Pesos um Medikamenten zu kaufen. Es gibt in dieser Zone keine Wohltatinstitution die den Gefangenen Medikamente kauft, erklärt ein Polizist.

„Mein Familiennahmen ist nicht Mapuche, weil die Generation meiner Mutter, die heute 75 Jahre alt ist, den Nahmen ändern musste, um sich vor dem Rassismus zu schützen“. Mireya ist in Ercilla geboren, in der Gemeinschaft von Collico. Sie hat Ihren Vater nie gekannt. Sie weiss nicht einmal, wer er ist. Ihre Mutter war alleinstehend mit vier Kindern. Sie (Die Mutter oder Mireyda : Ist nicht klar) wanderte nach Concepción aus und arbeite am Morgen als Aufwartefrau und Tagesmutter, und am Nachmittag verkaufte sie Früchte und Gemüse.[...].

Mireya versteht Mapudungun (Sprache der Mapuche) sehr gut, kann aber nicht flüssig sprechen: „Da wir in Concepción lebten, war es schwer die Kultur zu bewahren. Meine Mutter erzählte uns aber die Geschichten, die sie von ihren Grosseltern gehört hatte, von dem Leiden unseres Volkes als die Spanier kamen, von der Pazifikation der Araucanía wodurch unsere Vorfahren ihr ganzes Land verloren.[...]

In der Schule, in Concepción, erinnert sich Mireya, wurde sie immer wegen ihren Mapuche Gesichtszügen ausgelacht. „ [...]. Sie studierte im Kaufmännischem Lyzeum von Concepción und wurde Reiseagentin. Jedes Jahr erwartete sie mit Unruhe die Ferien, um nach Collico zu reisen und dort die Gemeinschaft wieder zu treffen. Aber auch um ihren damaligen Verlobten zu sehen, Oscar Queipo Toledo, mit dem sie jetzt schon 22 glückliche Jahren verheiratet ist. „Er ist von der Mapuche Gemeinschaft von Tricauco, wo er ein medizinischer Dienstleistungsberuf in der Landklinik praktiziert.“

Sie war glücklich in Tricauco, züchtete Tiere, kultivierte ihren Garten, verkaufte Eier, Gemüse, Blumen. Sie bekam drei Kinder: Oscar, 20, Priscila 16, Josselyn, 12. Daneben kümmerte sie sich auch um ein viertes Kind, das mit 12 Jahren von seiner Familie wegkam, weil diese zu arm war um es zu ernähren. „Es hatte eine chronische Bronchitis Krankheit. Ich pflegte es während sechs Jahren im Regionalspital[...]. Obwohl ich nicht seine biologische Mutter bin, gab ich ihm viel Liebe und gab Alles was ich konnte, um es zu retten. Heute ist das Kind bei uns“.

Mireya genügte es aber nicht, glücklich in ihrem Familienleben zu sein: „Ich sah meine Gemeinschaft: sie war sehr arm, vernachlässigt von der Regierung. Ich gründete Werkstätten, um die Frauen auszubilden : Keramik, Weberei, Konfektionskleidung, Konserven, Ernährung, usw.“ Mireya erzählt, ihre Gemeinschaft sei dank dem Gesetz der CONADI gegründet worden. Die Werkstätten wurden von den Organisationen der Regierung untergestütz: PRODEMU, INDAP, FOSIS. „In den Mapuche Gemeinschaften wird man erst Leiterin, wenn man durch Arbeit Respekt erhaltet hat. Die Leute sahen meinen sozialen Willen, meine Neigung zu helfen und sie nannten mich Sekretärin der Gemeinschaft“, sagt sie stolz.

Vor zwei Jahren, im Dezember 2001, konnte ihr ältester Sohn Oscar nach Cuba verreisen, um dort Medizin zu studieren. „Ich wusste, dass ich kein Geld hatte, um meinem Sohn ein Studium in Chile zu bezahlen. Als langjähriges Mitglied der Kommunistischer Partei schaffte ich es, ihm ein Stipendium für Kuba zu beschaffen“. Seit sie im Gefängnis ist, konnte Mireya ihn aber weder sehen, noch mit ihm kommunizieren. Während sie von ihrem Sohn spricht weint sie. „Sie klagten uns für einen Brand im Fundo Poduco Pidenco an. Aber am Tag des Brandes war mein Sohn in Temuco, um eine Prüfung zu bestehen, und ich war im Sitz der Kommunistischen Partei, um alle Schritte zu unternehmen für das Stipendium meines Sohnes“.

Sie braucht eine Minute, um sich zu beruhigen. Die Polizeibeamten nähern sich. Sie warnen mich : die Notizen die ich über dieses Gespräch genommen habe, werden später untersucht. Mireya wird nervös aber spricht weiter. Sie erzählt, Leute ihrer Gemeinschaft bezeugten, dass sie am Brand teilgenommen habe. „Ich habe acht Jahre mit der Regierung gearbeitet. Unsere Gemeinschaft wurde von dem Mininco Unternehmen infiltriert. Unsere Gemeinschaft zerteilte sich politisch und religiös in zwei Parteien. Die Zeugen stammen von der infiltrierten Partei. Sie haben diese Geschichte erfunden, sie sagten ich sei Aktivist, weil viele Leute mich zu Hause besuchen kamen. Unsere Gruppe diskutierte mit der Regierung. Zwei Wochen vor meiner Festhaltung traf ich die Behörden und wir unterschrieben ein Protokoll, in dem sie uns versprachen uns zu helfen, mehr Hektaren zu kaufen. Das war eine öffentliche Versammlung....Ist das Terrorismus ?“ Die Universität hat bestätigt, dass ihr Sohn an diesem Tag eine Prüfung schrieb. Das Gericht behauptet aber, dies sei nicht bedeutend. „ Es gibt keine Justiz für Mapuche. Wir haben uns nicht an dem beteiligt, wofür wir angeklagt sind. Das Einzige wofür man mich anklagen kann ist kommunistisch zu sein in einer Demokratie, und dass mein Sohn in Kuba studiert“.

Sie erzählt, ihre Gemeinschaft verhandelte mit Forestal Mininco. Das Unternehmen gab ihnen 75 Hektare Land zum kommerziellen Gebrauch. „Man muss sich aber an die Geschichte dieses Landes (Poluco Pidenco) erinnern. Der Staat gab es meiner Gemeinschaft in 1969, während der Bodenreform. Wir waren im Besitz des Landes bis 1977. Die Diktatur hat uns das Land, die Häuser und die Ernten weggenommen. Alles. Und jetzt bezeichnen sie uns als Terroristen. Mein Volk versteht das nicht. Der Terrorismus wird von dem Staat praktiziert. Dieser kriminalisiert uns, nur weil wir verlangen was wir seit 100 Jahren fordern“.

Das Gefängnis hat die Gesundheit von Mireya so stark bedroht, dass sie viele Medikamente einnehmen muss, um die Strapazen durchzuhalten. Ihr Fall ist so repräsentativ, dass Amnesty International, sowie der Vertreter der Menschenrechte der Vereinigten Nationen, Gladys Marín und lokale Abgeordnete der CONADI sie im Gefängnis besucht haben: „ Nie vorher wurde ich eingesperrt. Ich fühle mich nicht wohl hier. Ich stehe morgens um sechs Uhr auf, höre dem Vogelgesang zu, räume mein Bett auf und bete in der Mapuche Sprache. Der Tag ist sehr lang wenn man so einsam ist. Ich musste meine Tochter aus der Schule nehmen, so dass sie mich zu Hause ersetzen kann. Ich leide als Mapuche Frau, die ihre Kinder nicht sehen darf. Ich kann nicht einmal meinem Sohn in Kuba schreiben, weil ich Angst habe, ihn zu implizieren. Sollte ich ein unrechtes Strafurteil erhalten, werde ich es als Opfergabe für mein Volk ansehen. Eines Tages werden wir frei sein “.


Angélica Ñancupil:

In Nancahue, auf dem Weg nach Chol Chol, steht das kleine Haus der Familie Ñancupil. Mercedes, die Grossmutter, 92 Jahre alt, Aída, die Tochter und Angélica die Grosstochter, 29. Drei alleinstehende Frauen, die von einer Hektare Land mit Garten, einigen Hühnern und Schweinen leben. Es gibt kein fliessendes Wasser. Nur seit vier Jahren haben sie Elektrizität.

Der Mann von Aïda ist vor 15 Jahren gestorben. Aïda hat vieles geopfert um ihre Kinder zu erziehen: Juan Carlos, der Älteste, ist Ingenieur. Angélica hätte bald interkulturelle Schullehrerin (Mapuche Kultur und Sprache) werden sollen. „Ich konnte die Prüfung im Januar nicht bestehen, da die Universität nicht akzeptieren wollte, dass die Polizei mit mir kam“, lacht sie.

Sie lernte die ersten Worte Mapudungun mit ihrer Grossmutter Mercedes. Sie spricht aber die Sprache nicht flüssig, erklärt sie. Ihre Beteiligung an der Mapuche Bewegung fing in der Universität an. Sie wurde Leiterin und lebte in einem Mapuche Studentenheim, wo sie ihren Partner José Llanquileo kennenlernte. Angélica und José sind angeklagt, Sprecher der Coordinadora Arauco Malleco (CAM) zu sein, der radikalsten Organisation der Mapuche Bewegung, der man eine paramilitärische Fraktion zuspricht. Die Regierung betrachtet sie als eine illegale und terroristische Organisation. „ Das Wort Terrorist ist Unsinn für die Mapuche, die nicht einmal Waffen besitzen [...]. Das ist komplett übertrieben“, sagt Angélica: ihre einzige Beteiligung in der Bewegung war, die „politischen Gefangenen“ zu besuchen, und Aktionen zu organisieren um Alimente für die Gemeinschaften aufzufinden.

Sie hatte einen Arbeitsvertrag und verdiente einen Lohn als Supervisorin von interkulturellen Projekten der Fundación de Desarrollo Campesino (Stiftung für Landwirtschaftsentwicklung), als sie im Dezember 2002 verhaftet wurde. Die Polizei verhaftete gleichzeitig mehrere Verantwortliche der CAM, unter denen sich auch ihr Partner, José Llanquileo, befand. Er wurde angeklagt für einen Brand. Das Haus in dem sie beide wohnten wurde von dem Gericht in Temuco als „Casa de Seguridad“ (Haus für Untergrund Aktivitäten) bezeichnet.

Angélica darf ihren Partner nicht besuchen. Sie war vier Monate im Gefängnis von Temuco mit Mireya Figueroa. Nach einem Hungerstreik von 35 Tagen im April, stütze sich aber das Gericht auf humanitärische Gründe und stellte Angélica unter Hausarrest. Heute darf sie nicht weiter als 50 Meter vom Haus weggehen. Sie muss eine Bewilligung haben, um dem Arzt zu besuchen. Sie besucht ihn fleissig: wegen des langen Hungerstreiks kriegte sie Magenprobleme, hohen Blutdruck, fühlt sich oft schlecht und hat Kopfschmerzen. „Mit dem Streik wollte ich die Missbräuche in den Gemeinschaften denunzieren. Ich verlangte die Befreiung aller politischen Mapuche Gefangenen, sowie eine rechte und transparente Justiz“.

Angélica sagt, sie fühle sich wegen ihrer Kosmovision (Weltanschauung) verschieden gegenüber anderen jungen chilenischen Frauen. „Wir glauben, dass der Mensch ein Teil des Mapu (Erde) ist. Wir respektieren die Erde und die Schätze die sie uns gibt, ohne sie auszubeuten. Unser Wohlstand ist nicht materiel sondern vollständig“.

In der Schule in Temuco, schämte sie sich wegen ihrem Nahmen und ihrem Gesicht, weil die Anderen sie als „Indianerin“ anschrieen. „Wir wurden diskriminiert [...]. Sie denkt, die Chilener haben keine feste eigene Identität. „Die Huincas (Leute die nicht Mapuche sind) wollen immer verschieden sein als das, was sie eigentlich sind. Sie imitieren immer ausländische Traditionen“. Ein assimilierter Mapuche, wie der Abgeordnete Francisco Huenchumilla, repräsentiert uns nicht. „Er denkt das er uns helfen kann mit seiner Position. Ich bin aber überzeugt, dass er seine Leute und Prinzipien verkauft. Anstatt die Missbräuche zu bekämpfen, verneint er sie. Die Megaprojekte der Forstwirtschaft führen die Invasion unseres Landes weiter während ein Mapuche wie Huenchumilla sich mit seinem Namen daran mitbeteiligt“. [...].

Sie sieht ihre Zukunft nicht klar: „Dieser Prozess garantiert uns nichts. Die Richter hören unseren Rechtsanwälte nicht zu. Die Justizreform erlaubt den Richtern, uns in Untersuchungshaft zu behalten während einer langer Zeit, ohne dass es Beweisstücke gegen uns gibt“.