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28 Juni 2010
Unterstützen Sie Pascual Pichún Collonao, politischer Gefangener vom indigenen Volk der Mapuche!

[video] Manifestation in Belgien.

Am 26. Februar dieses Jahres wurde Pascual von Geheimpolizei in Temuco, Chile, verhaftet. Jetzt sitzt er im Gefängnis von Traiguén, zusammen mit anderen politischen Mapuche-Gefangenen.

Pascual Pichun

Sein Anwalt hat beantragt, seine ursprüngliche Strafe von 5 Jahren Gefängnis zu reduzieren. In einem Monat will die chilenische Justiz nun das Urteil fällen. Es hilft, Druck auf die chilenischen Behörden auszuüben. Hier finden Sie mehr Infos.
http://www.lasojamata.net/en/node/403

Ich lernte Pascual in La Plata (Argentinien) kennen, wo er darauf wartete, als politischer Flüchtling anerkannt zu werden. Dies geschah jedoch nicht. Deshalb kehrte er nach Chile zurück, um die Kämpfe seiner Familie und seines Volkes unterstützen zu können. Der chilenische Geheimdienst verhaftete ihn sehr bald und inhaftierte ihn in Traiguén.

Das argentinische Kommittee "Freiheit für Pascual" begann deshalb eine Kampagne, um die chilenischen Behörden unter Druck zu setzen. Auch wir im Ausland können uns daran beteiligen und diesem Aufruf mehr Nachdruck verleihen, deshalb...

Was können Sie tun?

1. Unterzeichnen Sie den Aufruf (siehe unten oder hier).
http://www.lasojamata.net/en/node/405

2. Senden Sie E-Mails und Faxe an die beteiligten Institutionen. Hier finden Sie einen Beispielbrief.http://www.lasojamata.net/en/node/406

Helfen Sie uns, Unterstützung zu finden, indem Sie diesen Aufruf so weit wie möglich verbreiten.

Danke für Ihre Unterstützung! Danke fürs Weiterleiten! Unterstützung ist wichtig und macht einen großen Unterschied!

Die unten genannten Organisationen fordern Freiheit für den politischen Gefangenen Pascual Pichún Collonao.

Pascual Pichún Collonao ist ein 27-jähriger Mapuche Sprecher und Student an der Journalistischen Fakultät der Nationalen Universität von La Plata, Argentinien. Pascual lebte seit 2005 in Argentinien, wo er eine befristete Aufenthaltserlaubnis der Argentinischen Behörden hatte. Er studiert im vierten Jahr, arbeitet ehrenamtlich im Sekretariat für Menschenrechte der Journalistischen Fakultät und ist an einer Reihe universitärer sozialer Projekte in der Gemeinde beteiligt. Als indigener Sprecher nimmt er an einigen Dialogplattformen zur Verteidigung indigener Rechte teil.

Am 26. Februar dieses Jahres wurde Pascual von Geheimpolizei in Temuco, Chile, verhaftet. Jetzt sitzt er im Gefängnis von Traiguén, zusammen mit anderen politischen Mapuche-Gefangenen (1).

Chile hat ein Anti-Terror-Gesetz (2), das vom Diktator Pinochet (1973 – 1990) erlassen wurde, um politische Gegnerinnen und Gegner zu verfolgen. Derzeit wird dieses Gesetz nur gegen Mapuche angewendet. Durch dieses Gesetz befinden sich momentan mehr als 70 Mapuche hinter Gittern.

Ganz ähnlich wurde Pascuals Vater, der „Lonko“ der Gemeinde (traditioneller politischer Anführer) unter dem Anti-Terror-Gesetz verurteilt, welches Strafen vorsieht, die dreimal höher sind als die für gewöhnliche Verbrechen. Heute prangern Mapuche Gemeinschaften an, dass dieses Gesetz ausschließlich für Fälle in Zusammenhang mit der Mobilisierung von Mapuche in Chile benutzt wird, und bezeichnen den Fall der Pichún Familie als eines der symbolhaftesten Beispiele für ungerechte juristische und politische Verfolgung durch den chilenischen Staat.

Wir fordern die sofortige Freilassung von Pascual Pichún und die Beendigung der Anfeindungen gegen seine Familie und sein Volk. Keine weiteren politischen Gefangenen in Demokratie. Nein zum diktatorischen Anti-Terror-Gesetz, das früher und heute benutzt wird, um politische und indigene Aktivistinnen und Aktivisten zu unterdrücken.

Wir verlangen, dass die Rechte der indigenen Völker in Chile respektiert werden, da sie heute unter eingeschränkten Bürgerrechten leiden, was im Widerspruch zu demokratischen Werten und Prinzipien steht.

Freiheit für Pascual und alle politischen Gefangenen des Staates Chile.
Nein zu Pinochets Anti-Terror-Gesetz

Bitte unterzeichnen Sie diese Petition, indem Sie eine Mail mit Ihrem Namen / Namen Ihrer Organisation an pascualvrij@gmail.com und pascuallibrearg@gmail.com schicken.
Fußnoten:

(1) Die indigenen Mapuche sind eine Minderheit in Chile. Insgesamt gibt es ungefähr eine Million Mapuche. Das entspricht gut 6,8 Prozent der Gesamtbevölkerung Chiles. Der Konflikt zwischen den inidgenen Mapuche und der chilenischen Regierung dreht sich hauptsächlich um Grundbesitz. Die Mapuche sind immerhin die ursprüngliche Bevölkerung der Araucania-Region. Im Jahr 1881 musste die indigene Bevölkerung abgeben und wurde in Reservaten untergebracht.
Dieses Land erhielten die Mapuche unter der Allende-Regierung (1970 – 1973) teilweise zurück, aber nach Pinochets Putsch wurde diese Landreform rückgängig gemacht. Seit den 90er Jahren fordert die indigene Bevölkerung ihre Gebiete erneut zurück.

(2) Dieses Gesetz verletzt die Garantie eines angemessenen Prozesses und erlaubt es Militärgerichten, Zivilistinnen und Zivilisten mit Hilfe „gesichtsloser“ Zeugen zu verurteilen. Das ist eine offene Verletzung der Unabhängigkeit und Unbefangenheit, die die von Chile unterzeichneten Menschenrechtsverträge fordern, insbesondere die Amerikanische Menschenrechtskonvention „Pakt von San José, Costa Rica“. Gleichzeitig werden andere rechtliche Instrumente missachtet, die die Rechte Indigener Völker schützen, wie beispielsweise die ILO Konvention 169 und die UN Erklärung der Rechte Indigener Völker. Rodolfo Stavenhagen, Sonderberichterstatter des UN Menschenrechtsrats für indigene Völker, mahnte die Regierung Chiles, Anklagen wie Terrorismus nicht auf andere Zusammenhänge, wie zum Beispiel „Handlungen in Verbindung mit sozialen Kämpfen um Land und legitime indigene Ansprüche“, anzuwenden.