| home | archiv | benetton | die EU | kultur | veranstaltungen | kontakt |

27 Oktober 2009
Chile: Die Mapuche im Visier.
Übersetzung: Alina
Bild: Rapiman.
Die Situation im Süden Chiles ist mehr als unübersichtlich. Die Nachrichten aus dem Mapuche- Land überschlagen sich.


Mapuche

Erst Ende letzter Woche veröffentlichte das Diario Austral auf seiner Homepage die Nachricht von einem weiteren getöteten Mapuche. Fast parallel dazu erklärte die radikalere Gruppierung der Mapuche, die Coordinadora Arauco- Malleco dem chilenischen Staat den Krieg und überfiel einen Lastwagen eines Forstunternehmens, die auf traditionellem Mapuche- Land Holzschlag betreiben.

Diese Meldungen ließen auch die deutsche Presse aufhorchen, jedoch durch einige Übersetzungsfehler und die Falschmeldung über den vermeintlichen Toten waren Grund für noch mehr Verwirrung. Der mutmaßliche Tote wird zur Zeit in einem Krankenhaus behandelt, jedoch gibt es über die Ursache der Verletzungen noch immer widersprüchliche Aussagen.

Fakt ist jedoch die Erhöhung der gewaltsamen Hausdurchsuchungen in Mapuche- Gemeinden durch die chilenische Polizei. Bei vielen dieser gewaltsamen Polizeiaktionen wird auf Frauen, Kinder und ältere Personen keine Rücksicht genommen. Organisationen wie die Gesellschaft für bedroht Völker(GfbV) äußerte sich besorgt über das Ausmaß dieser schonungslose Behandlung der Mapuche während der Auseinandersetzung mit der Polizei.

Aufsehenerregend war der Fall eines 14- jährigen Mapuche Jungen, der mit einem Polizeihubschrauber weggeflogen wurde. Im Hubschrauber wurde ihm angedroht aus diesem geworfen zu werden, wenn er nicht die Namen von Landbesetzern preisgeben würde.
Auch die Landbesetzungen durch die Mapuche haben in den letzten Monaten zugenommen und ihre Todesopfer auf Seiten der Indigenen gefordert. Erst im August diesen Jahres ermordete die Polizei einen erst 24- jährigen Mapuche- Landbesetzer bei der Flucht durch einen Schuss in den Rücken.



Durch die prekäre Situation in den Mapuche- Gemeinden hat das Internationale Rote Kreuz eine Sonderdelegation für die nächsten Wochen in das Krisengebiet geschickt.
Die Mapuche haben in Massenprotesten erneut die Entmilitarisierung ihrer Gemeinden, die Rückgabe ihres angestammten Landes und mehr Sicherheit für ihre Kinder gefordert, die durch die Konfrontationen am meisten in Mitleidenschaft gezogen werden..

Fernando Díaz, katholischer Pfarrer im Süden Chiles sagt über die Situation: “Das was dort passiert, ist eine eindeutige Verletzung der Menschenrechte. Die Polizei überfällt die indigenen Gemeinden als ob die Mapuche Terroristen wären. Sie hebeln alle Gesetze und Regeln aus und schießen einfach drauf los. Diese angespannte Situation wurde von der Polizei selbst herbeigeführt, denn sie sind es die unverhältnismäßige Gewalt anwenden.”