| home | archiv | benetton | die EU | kultur | veranstaltungen | kontakt |

Die Mapuche:
Die Mapuche sind ein indigenes Volk, das in Chile, sowie in Argentinien beheimatet ist.
Mapuche landDie Mapuche sind mit einem Anteil von circa 10% an der Gesamtbevölkerung Chiles die größte indigene Ethnie in diesem lateinamerikanischen Land. Von den über eine Million Mapuche leben rund die Hälfte südlich des Flusses Bío Bío bis hin zur Insel Chiloé. Die andere Hälfte ist in und um die Hauptstadt Santiago angesiedelt. In Argentinien beläuft sich die Zahl der Indigenen auf etwa 30.000 Mapuche.

Die Eigenbezeichnung unter den Mapuche ist von ihrem Wohnort abhängig. Die Huilliche, sind die Menschen aus dem Süden, die Lafkenche, die Mapuche aus dem Westen, Nagche, die aus dem Tal oder die Pehuenche, die in den Anden und am Fluss Bío Bío leben.

Heutzutage ist die Situation der Mapuche besorgniserregend. Chile hat eine stark ausgeprägte Klassengesellschaft in der die Mapuche zu der untersten Schicht gehören. Bis in die heutige Zeit haben Staat sowie die Kirche versucht die Mapuche in die chilenische Gesellschaft zu assimilieren.

Während der Diktatur 1973-89 von Augusto Pinochet wurde das Land der Mapuche privatisiert und an reiche Großgrundbesitzer oder Ausländer verkauft. Der traditioneller Kollektivbesitz der Mapuche wurde abgeschafft.

Der enorme Verlust ihres Landes zwang viele zur Abwanderung in die Städte. Dort müssen sie sich als Mapuche den Problemen stellen, dass sie schwieriger Arbeit bekommen oder schlechter bezahlt werden als die Chilenen. Viele sehen sich mit alltäglichem Rassismus konfrontiert. Es ist fast normal geworden, den eigenen Mapuche Nachnamen gegen einen chilenischen zu tauschen, um eventuell auf der sozialen Leiter aufsteigen zu können. Sie verlieren ihre Kultur in dem alltäglichen Überlebenskampf und bringen ihren Kinder meist aus Scham und Angst vor Rassismus nicht mehr ihre eigene Sprache, das Mapudungun bei.

1993 wurde das Indigenen Gesetz, das Ley Indígena(No.19.253) verabschiedet. Dieses soll die Mapuche und ihr Land schützen. Zwangumsiedelung werden durch dieses Gesetz offiziell illegal. Wenn der Staat oder ein Konzern eine Umsiedlung der Indigenen vorsieht, dann kann dies nur geschehen, wenn dieser ihnen Land von gleicher Qualität und Größe zugesteht. Wenn der Landbesitzer dieser so genannte Permutation nicht zustimmt, findet der Austausch nicht statt.

Die Institution CONADI, die Kommission für die Entwicklung der Indigenen wurde ins Leben gerufen. Dort arbeiten Chilenen, wie Repräsentanten der Indigenen zusammen, um die kulturelle Entwicklung und deren Erhalt sicher zu stellen. Eine andere wichtige Aufgabe ist die Instandhaltung und unter anderem der Rückkauf von Mapuche Land. Der Etat, den ihnen der chilenische Staat bewilligt ist allerdings sehr beschränkt.

Chiles Willen eine rapide wirtschaftliche Entwicklung gemäß des neoliberalen Modells hinzulegen, beeinträchtigt zunehmend die Kooperationsbereitschaft mit den Mapuche Gemeinden. Projekte, die in der Diktaturzeit begonnen wurden, laufen bis heute weiter. Straßen werden durch Mapuche Territorien gebaut, Bäume werden massenhaft abgeholzt, große Staudammprojekte werden ausgebaut oder Flughäfen auf Mapuche Land geplant. Die Mapuche ziehen trotz Gesetze, die sie eigentlich schützen sollten, bei solchen Projekten immer den Kürzeren und ihre historischen und kulturellen Rechte werden mit Füßen getreten.